Umweltkatastrophe in El Besòs durch einen Brand in einer Chemiefabrik

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Umweltkatastrophe in El Besòs durch einen Brand in einer Chemiefabrik

Aufgrund des Brands in einer Fabrik in Montornès musste die Bevölkerung evakuiert werden und es entstanden toxische Abwässer, die über einen Nebenlauf in den Fluss gelangten

Ein verheerender Brand, der gestern Morgen in einer Recyclinghalle für Lösungsmittel und Industrieabfälle im Industriegebiet Can Buscarons de Baix, in Montornès del Vallès, ausbrach, führte zu chaotischen Zuständen mit weitreichenden Auswirkungen. Die Abwässer, die durch die Brandbekämpfungsmaßnahmen entstanden, gelangten direkt in den Fluss Mogent –einen Nebenlauf des Besòs – deren Toxizität tötete Hunderte von Fischen.

Die riesige Rauchsäule – die von El Vallès, El Maresme und Barcelona aus zu sehen war – und das Austreten toxischer Gase zwang die Behörden zur Evakuierung der Bevölkerung von Montornès und den umgebenden Gemeinden –Vilanova del Vallès, Montmeló und Martorelles– für mehrere Stunden. Nach elf Uhr am Morgen reduzierte der Zivilschutz diese Empfehlung auf die “besonders gefährdeten Bevölkerungsteile” – Kranke, Kinder und alte Menschen – in diesen Gemeinden. Am Nachmittag konnte das Feuer unter Kontrolle gebracht werden und der Feuerwehr gelang es, die beiden Behälter zu löschen und den Behälter abzudichten, an dem ein Leck aufgetreten war. Die Flammen zerstörten nahezu die gesamte Werkshalle.

Der Brand, der von rund dreißig Feuerwehrleuten bekämpft wurde, zwang zur Aktivierung des Plan de Emergencia Exterior del Sector Químico de Catalunya (Plaseqcat - Notfallplan der chemischen Industrie in Katalonien) bis zum frühen Abend, wobei 250 Personen ihre Häuser und Arbeitsplätze verlassen mussten, darunter die Arbeiter der Kläranlage (EDAR) in Montornès, die sich direkt in diesem Industriegebiet befindet.

 

Der Präsident des Consorci del Besòs-Tordera, Pere Aguiló, gab an, dass die EDAR “ohne Unterbrechung vorschriftsmäßig weiter betrieben werden konnte und die Reinigung der Abwässer, trotz der Evakuierung durch die Nähe zu dem Brand, gewährleistet war. Die Kläranlage wurde über den Geschäftssitz des Konsortiums in Granollers fernbedient und alle Abwässer aus den Abwasserkanälen und dem Vorfluternetz behandelt”.

Die Polizei hat die Untersuchung der Brandursachen aufgenommen. Gegen das Unternehmen wurde von der Regierung der autonomen Region bereits zweimal eine Strafe von 10.000 Euro wegen Umweltvergehen und 48.000 aufgrund von Lagerproblemen verhängt, obwohl es in keinem Fall zu Umweltauswirkungen kam, wie von der Territoriums- und Nachhaltigkeitsbehörde mitgeteilt wurde.

Durch die Brandbekämpfungsmaßnahmen lief das Löschwasser direkt in den Fluss Mogent, wodurch innerhalb weniger Stunden Dutzende von Fischen und vom Aussterben bedrohte Aale tot auf dem Besòs trieben. Die Bürgermeisterinnen, Laura Campos und Núria Parlon, machten über ihre Twitter-Accounts auf die Umweltkatastrophe aufmerksam. Campos sprach von einer “ökologischen Katastrophe in El Besòs. Der Brand im Unternehmen (…) und das Austreten von Lösungsmitteln in den Fluss verursachte ein Massensterben der Fische im Bereich Montcada”. Parlon deutete an, dass das Feuer in Montornès “schwerwiegende Folgen für das Schutzgebiet des Flusses von El Besòs hat. Die Folgen könnten verheerend sein”.

Fluss Besòs
Das Consorci del Besòs zeigte sich “sehr besorgt”

Als wenn der Fluss in Flammen stehen würde, von verschiedenen Punkten des Flussgebiets des Congost und des Besòs – insbesondere hinter Montornès und Montmeló – war über viele Kilometer ein gigantischer Feuervorhang und dichter schwarzer Rauch über dem Fluss zu sehen. Gleichzeitig führte der Brand zur Sperrung der BV-5001 und zu Verkehrsbehinderungen auf der R2 und R8.

Pere Aguiló und sein Team des Consorci del Besòs zeigten sich aufgrund dieses Umweltvorfalls “sehr besorgt”, waren aber bei der Bewertung der Folgen vorsichtig. “Wir warten noch auf ein letztes Meeting, um zu erfahren, ob wir wieder in die Kläranlage EDAR zurückkehren können. Danach müssen wir mehrere Analysen des Wassers durchführen, um zu sehen, wie sich die Qualität entwickelt”, wurde uns mitgeteilt. “Wir werden uns an die katalanische Wasserbehörde ACA wenden. Wir vertrauen auf die Regenerationsfähigkeit des Besòs, mit seinem ganzen Umweltreichtum, der eine außergewöhnliche Entwicklung durchlaufen hat”, erfuhren wir von Vertretern des Konsortiums.

Tote Fische im Fluss Besòs. (David Perpiñán / DP)

LA VANGUARDIA, Umweltkatastrophe im Besòs durch einen Brand in einer chemischen Fabrik, https://www.lavanguardia.com/local/gran-valles/20191212/472188253537/incendio-valle-desastre-ambiental-besos.html, Abruf am 18.12.2019.

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