Welttag der Ozeane: Diese Kanalisation ist der Beginn des Meeres

von Marketing (Kommentare: 0)

Heute ist der Welttag der Ozeane und ich komme nicht umhin, mich an eine Reise zu erinnern, an der ich im letzten Sommer teilnehmen durfte. Wir machten uns auf unserem Schiff, der Esperanza, als Teil der Expedition von Pol zu Pol mit Greenpeace auf den Weg, um die Menge an Mikroplastik im Meer zu untersuchen, ganz konkret in der Sargassosee an den Bermuda-Inseln.

Vor dieser Reise hatte ich schon viele Bilder von Flüssen, Stränden und Flussmündungen voller großer Plastikteile, Flaschen, Tüten, Löffel, farbigen Teilchen gesehen, die eindeutig als Plastik zu erkennen waren und die man in der Wissenschaft als Makro- oder Mikroplastik bezeichnet. Aber was ich dort gesehen habe, hat mir die Sprache verschlagen. Zum ersten Mal wurde ich Zeuge, wie die Plastikverschmutzung unsere Meere überschwemmt, selbst in einer für das menschliche Auge unsichtbaren Form. In einem Meer tropisch blauer Farbe und paradiesischen Sandstränden dachte ich, es wäre unmöglich, unsere Theorie des Mikroplastik zu beweisen. Leider war dies nicht der Fall. Wir hatten kaum angefangen, Proben zu nehmen, als wir schon die hohe Dichte an Plastik im Wasser nachweisen konnten.


Auf der Expedition in der Sargassosee.

Viele Jahre haben wir bei Greenpeace schon das hohe Maß an Plastikverschmutzung angeprangert, unter der die Ozeane leiden, und wir haben mit Personen, Unternehmen und Institutionen zusammengearbeitet, um dies aufzuhalten. Wir haben viele Schritte unternommen und viele Kompromisse erreicht. Immer mehr Leute kauften Waren unverpackt und vermieden so die Nutzung von Einwegplastik in den Supermärkten. Diese Geschäfte machten sich daran, die einen mehr die anderen weniger, dieses Einwegplastik zu entfernen und es wurde eine Richtlinie verabschiedet, die dem Plastik ein Ende setzen sollte.

Aber dann kam COVID-19 und hat unser Leben durcheinander gewirbelt. Viele Dinge haben sich geändert und eines davon ist die Nutzung von Einwegplastik. Es liegen uns noch keine Zahlen vor, da es noch zu früh dafür ist, aber der Verbrauchsanstieg ist deutlich zu erkennen, vielleicht wegen des falschen Eindrucks von Sicherheit, die das Plastik in vielen Fällen suggeriert. Darüber hinaus müssen wir für unsere Sicherheit und für den Kampf gegen das Virus Masken tragen. Plötzlich liegen sie, neben Einmalhandschuhen, auf den Straßen herum.

Aber wissen Sie auch, dass Masken oder Handschuhe, die Sie auf den Boden werfen, auch in die Ozeane gelangen können? Über Abflüsse, einen Wasserlauf oder eine Kanalisation kann Ihre Maske bis ins Meer gelangen. Wissen Sie, dass es über 100 Jahre dauert bis sie sich zersetzt hat? Wissen Sie, dass wir darüber hinaus andere Menschen in Gefahr bringen, wenn wir sie auf den Boden werfen? Wissen Sie, dass es wiederverwendbare Alternativen gibt?

Deshalb werden sich Greenpeace-Freiwillige ab heute auf die Straßen begeben und auf diese Problematik aufmerksam machen. Wir möchten Ihnen die Leute nennen, die für die Abfälle, die wir erzeugen, verantwortlich gemacht werden müssen, und Ihnen zeigen, wo diese Abfälle hingelangen. Wir werden auf die Kanalisation der größten Städte Spaniens das Motto "Der Ozean beginnt hier” schreiben, neben der Abbildung verschiedener Meerestiere, um zu sehen, ob auf diese Weise ein Bewusstsein geschaffen werden kann.


Freiwilligenarbeit von Greenpeace am Welttag der Ozeane.

In der vergangenen Woche wurde das Vorprojekt des Abfallgesetzes verabschiedet, mit dem die Plastikverschmutzung in unseren Meeren reduziert werden soll, aber dies wird nicht genug sein. Wir von Greenpeace erwarten, dass dieses Gesetz weit vor der endgültigen Verabschiedung verbessert werden muss, damit es eine wirkliche Verringerung des produzierten Abfalls erlaubt und wir streben ein viel nachhaltigeres Modell an, als das aktuelle, das den Wasserressourcen schlecht bekommt.

Plastikverschmutzung, Chemie, Überfischung, Klimawandel, Rohstoffabbau in der Tiefe, Erkundungsbohrungen….Es reicht jetzt! Die Ozeane müssen jetzt und dringendst geschützt werden. Nur 3 % der Fläche unserer Ozeane sind geschützt. Währenddessen vervielfachen sich die Bedrohungen, die Ihre Gesundheit und die der Arten, die dort leben, gefährden.

Die Ozeane sind die Grundlage des Lebens auf unserem Planeten. Ohne gesunde Ozeane stehen wir vor katastrophalen Auswirkungen auf die Biodiversität und das Erdklima. Regierungen in der ganzen Welt arbeiten an einem globalen Ozeanabkommen. Wenn sie es gut machen, wird sich eine Tür für ein großes Netz an Meeresschutzgebieten öffnen, die ein Drittel der Meere auf diesem Planeten schützen können.

Am Welttag der Ozeane fordert Greenpeace auch die Neuerfindung des Meeresschutzes vor den schwerwiegenden Bedrohungen, denen sie ausgesetzt sind. Wir brauchen gesunde Ozeane und die Ozeane brauchen unseren Schutz. Unterzeichnen Sie unsere Petition!

https://es.greenpeace.org/es/noticias/dia-mundial-oceanos-esa-alcantarilla-es-el-principio-del-mar/, Abruf am 11.08.2020

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